Meditation: Herzstück chinesischer Medizin Chinesische Kräuter wichtiger als Akupunktur?
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Ulrich O. H. Frieling am 28.03.2006

Haben Sie als TCM-Arzt einen Rat in Bezug auf Elektrosmog?

Die chinesische Medizin geht davon aus, dass der Mensch aus 3 zentralen Quellen Energie schöpft. Eine davon ist das "himmlischen Qi". Das meint mehr als nur Sauerstoff. Auch die Einwirkungen des natürlichen Erdmagnetfeldes muss man m. E. hier einordnen. Die alte chinesische Kunst des richtigen Bauens und Wohnens, Feng Shui, beschäftigt sich mit der Verstärkung von positiven und Behebung von störenden Einflüssen in unserem Umfeld. Übersetzt in heutiges Denken geht es da nicht nur um natürliche magnetische Felder: Die flächendeckende Präsenz von zivilisatorisch erzeugten elektromagnetischen Feldern hat sich natürlich ein Chinese in früheren Jahrhunderten nicht vorstellen können.

Als TCM-Arzt beobachte ich chronifizierte gesundheitliche Störungen in einem besorgniserregenden Umfang. Ich finde kaum jemand, dessen Immunabwehrsystem intakt ist, alle weisen unerledigte Reste von Infekten auf. Das führt zu Allergien, Müdigkeit, Schmerzsyndromen u. v. a. mehr. Die Ursachen sind sicher vielfältig: Arbeitsstress, Reizüberflutung, ungesunde Ernährung und Immungifte in Lebensmitteln und der Luft. Meines Erachtens gehört in diese Reihe der zivilisatorischen Übel auch der Einfluss von künstlichen elektromagnetischen Feldern, auch gerne Elektrosmog genannt.

Ist der Handy-Funkverkehr schädlich? Darüber streiten sich die Wissenschaftler und Ingenieure schon seit Jahren. Es gibt Unbedenklichkeitserklärungen einerseits und Warner auf der anderen Seite, die den Untergang des Abendlandes beschwören. Aus den Veröffentlichungen wirklich eine eindeutige Beurteilung zu gewinnen, ist sehr schwierig. Das gleiche Problem findet sich in vielen anderen medizinischen Fragen, bei denen die Geschäftsinteressen grosser Konzerne eine Rolle spielen. Ich erinnere nur an die unseligen Lobpreisungen der Hormonersatztherapie für alle Frauen über 45, die auch mit zahllosen positiven Studien befördert wurde. Es hat fast 20 Jahre gedauert, bis dieser geteilte Rausch von Jugendlichkeitswahn und Profitmaximierung ein Ende fand, weil man eine deutliche Risikoerhöhung für Krebs und Kreislauferkrankungen feststellen musste. Einzig sicher ist in Bezug auf die elektromagnetische Strahlung, dass wir alle an einem grossen Feldversuch teilnehmen, der möglicherweise erst in 10 oder 20 Jahren besorgniserregende Schäden zu Tage fördert. Immerhin scheint Übereinstimmung zu herrschen, dass die hochfrequenten gepulsten elektromagnetischen Strahlungen am ehesten problematisch sein könnten (d.h. DECT-Home-Telefone, Handy-Funkverkehr, digitaler Rundfunk und digitales Fernsehen, drahtlose Computernetze).

Wenn bei Ihnen in den letzten 2-3 Jahren Schlafstörungen oder energetische Mangelerscheinungen neu aufgetreten sind, lohnt sich eventuell nachzuforschen, ob nicht zeitgleich in viel grösserer Nähe als bisher ein Sendemast für Handy-Frequenzen aufgestellt worden ist. Gerade in den letzten Jahren hat die Versorgungsdichte mit Sendemasten wegen des neuen UMTS-Standards erheblich zugenommen. Falls sich hier ein eindeutiger Zusammenhang aufdrängt, hat man allerdings oft nur geringe Reaktionsmöglichkeiten.

Um so mehr sollte man auf die leicht beeinflussbaren Quellen von gepulster hochfrequenter Strahlung achten.

Elektrosmog durch tragbare (DECT-) Telefone für zu Hauses ist da von zentraler Bedeutung. Die Basisstationen verursachen eine Strahlenbelastung, die die meisten Handy-Sendeanlagen bei weitem in den Schatten stellt.

Der "Ökotest" hat schon lange den Finger in diese "Wunde" gelegt. Deswegen haben wir zu Hause unser DECT-Telefon schon seit Jahren durch ein altes Analogfunkgeräte ersetzt ( zuletzt bei ebay neu gekauft und gut brauchbar: Cocoon 85 von Topcom)

Jetzt sind seit kurzem erstmals DECT-Telefone im Handel, bei denen sich die Basisstation ausstellt, wenn das tragbare Gerät dort geparkt wird. Damit reduziert sich die Belastung auf einen Bruchteil (Ökotest 2/2006), S. 94 ff.: Ein Gerät wird deswegen befriedigend eingestuft: Orchid LR 128 TAM Low Radiation, ein weiteres als ausreichend: Swissvoice Eurit 557 Eco Mode. Alle anderen sind da dauerfunkend mangelhaft oder ungenügend.)

Auch die zunehmende Verbreitung von Funknetzen für Computer verschärft die Belastung. Sie weisen die gleiche Art von (gepulster) Strahlung auf wie die Home-Handys. Praktisch sind sie natürlich sehr und so mag auch ich sie nicht ganz missen. Aber schalten Sie den Strom ab, wenn Sie sie nicht benötigen, d.h. zumindest schon mal in der Nacht. Der neueste Trend sind kleine Geräte, die Telefonanlage, DSL(Internet)-Signal-Verteiler und Computerfunknetz in einem Gerät vereinen. Wegen der Telefonanlage mag man dann nachts den Strom nicht gerne ausschalten. Glücklicherweise hat einer der Marktführer für diese Geräte (Fritzbox von AVM) jetzt einen Nachtschaltmodus eingebaut, mit dem sich der Funk fürs Computernetz automatisch nachts ausschalten lässt.

In Mehrparteienhäusern müsste man eigentlich auch ein sensibilisierendes Gespräch mit den Nachbarn führen, deren Homehandy- und Computerfunknetz meist auch bis in die eigene Wohnung reicht.

Mir erscheint es besonders wichtig, sich in der Schlafenszeit vor Elektrosmog zu schützen. Dazu müssten neben den oben erwähnten Maßnahmen noch einige Punkte berücksichtigt werden, um den Schlafplatz möglichst sauber zu halten: Keine Stromleitung in der Nähe des Bettes. Ggf. Nachtfreischaltung der Leitungen in Bettnähe. Keine Uhr mit Netzteil oder Weckradio auf dem Nachttisch.

Bei mir zu Hause gibt es vorsichtshalber keine Metallbetten und keine Federkernmatratzen, weil ich auf einer Ökomesse ein Störerlebnis besonderer Güte hatte: Es wurde Fernsehempfang mit einer Federkernmatratze als Antenne vorgeführt. Wie wichtig das metallfreie Bett wirklich ist, weiss der Himmel. Dessen Qi bekommt jedenfalls in modernen Zeiten eine ganz besondere Beimischung - wer hätte das gedacht.

Links zu ausführlicheren Informationen:

http://www.umweltinstitut.org/frames/all/m392.htm

http://www.funkenflug1998.de/inhalt/wissen/vdb_mitteilung.html

http://www.umweltanalytik-kessel.de/2-5b.htm

http://www.buergerwelle.de/d/doc/presse/hfartikel.htm