Meditation: Herzstück chinesischer Medizin Chinesische Kräuter wichtiger als Akupunktur?
Früherkennung Was halten Sie von Früherkennung?
Zyklus kurz und unregelmäßig Ich versuche seit einigen Monaten schwanger zu werden.
Naturheilverfahren nur, wenn man selber zahlt? Als gesetzlich Versicherter fühle ich mich verschaukelt.
Ulrich O. H. Frieling am 16.01.2006

Reissuppe zum Frühstück

In Büchern zur chinesischen Diätlehre wird die Reissuppe zum Frühstück ans Herz gelegt. Das schmeckt aber sehr gesund. Ist das wirklich nötig?

Tatsächlich ist der Wasserreis oder auch Shifan genannt eine sehr spezielle Empfehlung der chinesischen Diätetik. In meiner 20 jährigen Praxis habe sie vielen Patienten empfohlen, aber nur wenige haben sie so schätzen gelernt, dass sie sie oft zum Frühstück essen. Ich selbst habe die Reissuppe auch längere Zeit gegessen und dann aber aufgehört, obwohl sie mir gut schmeckte. Ich habe sie natürlich schon verfeinert, mit Ingwer gekocht und dann mit frischen Apfelstückchen garniert. Das war lecker: eine heisse dünne, leicht scharfe Flüssigkeit mit dem knackigen Apfel!

Aber trotz dem wärmenden Ingwer war das im Winter zu wenig anhaltend wärmend und auch zu wenig sättigend.

Für den Sommer kann ich sie immer noch empfehlen und auch zu bestimmten Gelegenheiten, wenn mehr Appetit drauf aufkommt - z.B. nach den Weihnachtstagen mit viel/zuvielen Leckereien. Dann ist es angesagt, was der Wasserreis kann: Die Mitte schonen, nur leicht ernähren und die Reinigung, die Entschlackung fördern! Essen Sie ihn einige Tage zum Frühstück, Sie werden staunen, wie er Magen und Gedärm erleichtert.

Im Übrigen zeigt sich in der Empfehlung von Shifan zum Frühstück verdichtet eine wichtige diätetische Leitline der TCM: Zum Aufwachen des Organismus auf keinen Fall die Mitte (Milz/Magen) zu überlasten mit kalt wirkenden und unaufgeschlossenen Nahrungsmitteln! Müsli mit Milch oder Joghurt, auch noch direkt aus dem Kühlschrank: das ist der total entgegengesetzte Frühstücksentwurf - eine diätetische Todsünde aus der Sicht der TCM in vielerlei Hinsicht (Kalt wirkend, kalt gegessen, unaufgeschlossenes Getreide, verschlackende Milchprodukte). Hilfreich ist dagegen gut aufgeschlossene Nahrung (lang gekocht), heisse Zubereitung und Nahrungsmitteln, die leicht verdaulich sind und mit Gewürzen, die die Mitte wärmen und aktivieren. Das muss nicht Shifan sein, es kann auch Haferbrei mit leckeren Zutaten sein. Dazu ein andermal mehr. Nicht verschweigen will ich, dass es einige Menschen mit viel - meist pathologischer - Hitze gibt, die von einer befeuchtenden Abkühlung eine Zeitlang profitieren und für die Haferbrei zu warm wäre. Ein Zeichen dafür wäre z.B. Durst auf Kaltes, auch schon am Morgen. Diese Zeichen können aber trügen, da Trink- und Essensgewohnheiten oft sehr festgefahren sind und nicht immer das wirkliche Bedürfnis widerspiegeln.